Kalkschulter
Tendinosis calcarea · Kalk in der SehneKalk in der Sehne, verständlich erklärt nach aktuellen Leitlinien
Häufig, oft sehr schmerzhaft und meist vorübergehend. Bei einer Kalkschulter lagert sich Kalk in einer Sehne der Rotatorenmanschette ab. Oft löst der Körper ihn mit der Zeit selbst auf, und gerade dabei kann es sehr weh tun. Laut Leitlinie stehen am Anfang Übungen und Schmerzlinderung im Vordergrund, eine Cortison-Spritze kann kurzfristig helfen. Bleiben die Beschwerden, kommen Stoßwelle oder eine Spülung des Kalks infrage. Die erste Studie, die die Spülung mit einer Schein-Behandlung verglich, fand allerdings keinen Vorteil.
Diese Seite ersetzt keine Untersuchung. Die Diagnose stellt ein Arzt nach Befragung, Untersuchung und einem Bild (Röntgen oder Ultraschall). Treten Red Flags auf (Fieber oder eine heiße, gerötete Schulter, plötzliche Schwäche nach einem Sturz oder Unfall, Nachtschweiß oder ungewollter Gewichtsverlust, Druck auf der Brust oder Atemnot), lass das zuerst ärztlich abklären. Nach einer Schulter-OP gelten die Vorgaben deines Operateurs.
Was ist eine Kalkschulter?
Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln, deren Sehnen den Oberarmkopf umfassen und das Schultergelenk stabilisieren. Bei einer Kalkschulter lagern sich in mindestens einer dieser Sehnen Kristalle ab, aus demselben Mineral, aus dem auch Knochen aufgebaut sind (Hydroxylapatit). Am häufigsten betroffen ist die Supraspinatussehne oben an der Schulter. Fachleute sprechen von einer Tendinosis calcarea.
Vereinfachte Darstellung von vorne, nicht maßstabsgetreu.
Die Kalkschulter gehört zur Familie des rotatorenmanschetten-bezogenen Schulterschmerzes. Vieles ist ähnlich: dieselben Sehnen, ähnliche Beschwerden, und Training ist auch hier ein Baustein der Behandlung. Der Unterschied: Den Kalk sieht man im Bild, und für Kalk gibt es eigene Behandlungen wie Stoßwelle und Spülung.
Ein Kreislauf in vier Phasen
Warum sich Kalk bildet, ist nicht geklärt. Nach der gängigen Erklärung läuft in der Sehne ein von Zellen gesteuerter Kreislauf ab, an dessen Ende der Kalk oft wieder verschwindet:
Ein Teil der Sehne verändert sich, und es bilden sich Kalkkristalle. Das kann Beschwerden machen, muss aber nicht.
Der Kalk ist fest und bleibt unterschiedlich lange bestehen. Manche haben in dieser Zeit kaum Beschwerden, andere immer wieder.
Der Körper baut den Kalk ab. Die Entzündung dabei kann sehr heftig sein, auch in Ruhe und nachts.
Ist der Kalk verschwunden, baut sich die Sehne wieder auf, und die Schmerzen lassen nach.
Quellen: Uhthoff und Loehr 1997, Loew et al. 2021. Wie lange die Phasen dauern, ist sehr unterschiedlich und lässt sich nicht vorhersagen.
Stell dir den Kalk wie einen Eiswürfel in der Sehne vor. Solange er fest ist, stört er oft wenig. Beginnt er zu schmelzen, reizt er die Umgebung, und das tut weh. Meist ist er am Ende aber weg. Deshalb ist ein besonders schmerzhafter Schub oft kein Zeichen, dass es schlimmer wird, sondern dass der Körper aufräumt.
Typische Anzeichen
- Schmerz oben und außen an der Schulter, vor allem beim Anheben des Arms und bei Arbeit über Kopf.
- Schmerzen in der Nacht, besonders beim Liegen auf der betroffenen Seite.
- Phasen mit wenig Beschwerden wechseln sich mit Phasen sehr starker Schmerzen ab, auch in Ruhe.
- Im akuten Schub kann der Schmerz so stark sein, dass du den Arm kaum noch bewegen magst.
Häufiger betroffen sind Frauen und Menschen zwischen 30 und 60 Jahren.
Nicht typisch sind Fieber oder eine heiße, gerötete Schulter (dann muss eine Entzündung durch Keime ausgeschlossen werden), plötzliche Schwäche nach einem Sturz oder Unfall (eher ein Sehnenriss) und Taubheit oder Kribbeln im Arm (eher Nacken oder Nerven). Wird die Schulter über Wochen in alle Richtungen steif, auch wenn jemand anderes den Arm bewegt, spricht das eher für eine Frozen Shoulder. Eine vorübergehende Schultersteife kann allerdings auch im Verlauf einer Kalkschulter auftreten.
So wird die Diagnose gestellt
Der Arzt untersucht die Schulter wie bei anderen Beschwerden der Rotatorenmanschette: Wie weit lässt sich der Arm bewegen, selbst und von außen? Wie kräftig ist die Schulter? Gibt es Hinweise auf andere Ursachen? Den Kalk selbst sieht man aber nur im Bild. Von einer Kalkschulter spricht man laut JOSPT-Leitlinie, wenn ein Röntgenbild oder Ultraschall die Ablagerung zeigt.
Die wichtigste Grundlage dieser Seite ist eine internationale Leitlinie von 2025, erschienen in der Fachzeitschrift JOSPT (im Folgenden JOSPT-Leitlinie). Sie gibt jeder Empfehlung eine Verbindlichkeit. So kannst du die Kennzeichnungen auf dieser Seite lesen:
Wie gut eine Empfehlung durch Studien belegt ist, steht jeweils im Text.
Wenn ein Bild nötig ist: zuerst Ultraschall
Die JOSPT-Leitlinie stellt den Ultraschall an erste Stelle. Er ist günstiger und für die Rotatorenmanschette ähnlich aussagekräftig wie ein MRT, und auch Kalk ist darin zu sehen. Die niederländische Leitlinie ergänzt ein Röntgenbild, auf dem Kalk gut zu erkennen ist. Ein MRT ist laut beiden Leitlinien nicht die erste Wahl.
Ein Bild gleich zu Beginn
Bei Schulterschmerzen ohne Red Flags sollte am Anfang kein Bild gemacht werden, nur um die Diagnose zu bestätigen. Wird es nach spätestens 12 Wochen passender Behandlung nicht besser, kann ein Bild sinnvoll sein (kann erwogen werden, Expertenkonsens).
Befunde erklärt bekommen
Dein Arzt oder Therapeut soll dir erklären, was ein Bild aussagen kann und was nicht. Bei Kalk ist das besonders wichtig: Kalk im Bild heißt nicht automatisch, dass er der Grund für deine Schmerzen ist.
der Menschen ohne Schulterbeschwerden hatten in einer niederländischen Studie mit 1.219 Erwachsenen Kalk in der Rotatorenmanschette. Bei Patienten mit Schmerzen unter dem Schulterdach waren es 42,5 %.
Quelle: Louwerens et al. 2015.
Im Röntgenbefund steht manchmal ein Typ nach Gärtner: Typ I ist dicht und scharf begrenzt, Typ III wolkig und unscharf, oft schon in Auflösung, Typ II liegt dazwischen. Die Einteilung hilft bei der Einschätzung, ist aber nicht sehr zuverlässig: Verschiedene Ärzte ordnen dasselbe Bild oft unterschiedlich ein.
Wie verläuft sie?
Die Kalkschulter gilt als Erkrankung, die meist von selbst ausheilt. Laut einer deutschen Übersichtsarbeit ist das in vielen Fällen innerhalb von 1 bis 3 Jahren zu erwarten. Wie es bei dir verläuft, lässt sich aber nicht vorhersagen: Manche haben nur einen einzigen Schmerzschub, andere über Jahre immer wieder Beschwerden.
In einer großen Stoßwellen-Studie verschwand der Kalk in der Placebogruppe innerhalb von 12 Monaten bei einem Viertel, nach 6 Monaten bei 11 %. Diese Gruppe bekam nur eine Schein-Stoßwelle und Physiotherapie.
Quelle: Gerdesmeyer et al. 2003, Zahlen nach Loew et al. 2021.
Einen wichtigen Befund lieferte die KALK-Studie aus Norwegen und Schweden mit 220 Patienten: Nach 2 Jahren war der Kalk auf 73 % der Röntgenbilder verschwunden, bei 52 von 199 ohne Spülung oder OP. Wie gut die Schulter funktionierte, hing aber nicht erkennbar davon ab, ob der Kalk weg oder unverändert war. Etwas schlechter ging es denen, deren Kalk sich gerade veränderte, aber noch zu sehen war. Die Autoren vermuten, dass er sich bei ihnen gerade auflöste.
In einer Studie mit 420 Patienten mit chronischer Kalkschulter half die Behandlung ohne OP seltener, wenn
- beide Schultern Kalk hatten,
- die Ablagerung groß war oder
- der Kalk weit nach innen unter das Schulterdach reichte oder unter dessen vorderem Teil lag.
Günstiger war ein wolkiger Kalk, der sich offenbar schon auflöst (Typ III). Ein wichtiger Zeitpunkt sind 12 Wochen: Bleiben starke Schmerzen oder Einschränkungen trotz passender Behandlung länger bestehen, empfiehlt die JOSPT-Leitlinie eine Überweisung an einen Facharzt (Expertenkonsens).
Was laut Leitlinie hilft
Für die Behandlung ohne OP stützt sich diese Seite auf die JOSPT-Leitlinie von 2025, die Kennzeichnungen funktionieren wie oben erklärt. Wo die niederländische Leitlinie von 2026 (NL) anders urteilt, steht das dabei. Sie bezieht als einzige der beiden die KALK-Studie ein.
Aktives Übungsprogramm als erste Behandlung
Ein Übungsprogramm mit Kraft- und Kontrollübungen sollte die erste Behandlung sein. Die Leitlinie gilt ausdrücklich auch für Sehnen mit Kalk, die Empfehlung stützt sich auf starke Studienbelege. Wie gut Training speziell bei Kalk wirkt, ist allerdings wenig untersucht. Die Autoren der KALK-Studie fordern deshalb Studien zu festen Physiotherapie-Programmen. Auch die niederländische Leitlinie rät, zuerst ohne Eingriff zu behandeln, weil die Kalkschulter oft von selbst ausheilt.
Aufklärung und Beratung
Du solltest verständlich erklärt bekommen, was los ist, wie du mit Schmerzen umgehen und Belastung anpassen kannst und was du selbst tun kannst. Bei Kalk gehört laut niederländischer Leitlinie dazu, dass die Erkrankung oft von selbst ausheilt und Abwarten mit Behandlung ohne Eingriff in vielen Fällen genauso gut wie eine Spülung sein kann. Die Studienlage für Aufklärung ist schwach, die JOSPT-Leitlinie empfiehlt sie trotzdem.
Schmerzmittel für kurze Zeit
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR, zum Beispiel Ibuprofen) oder Paracetamol können Schmerzen kurzfristig lindern, gerade im akuten Schub. Opioide sollten nicht die erste Wahl sein. Was du nimmst, besprich mit deinem Arzt oder deiner Apotheke.
Cortison-Spritze, kurzfristig
Sie kann Schmerzen kurzfristig lindern, sollte laut JOSPT-Leitlinie aber nicht die erste Behandlung sein. Wenn gespritzt wird, dann möglichst unter Ultraschallsicht. Die niederländische Leitlinie sieht das bei Kalk anders und beginnt mit einer Spritze in den Schleimbeutel unter dem Schulterdach. In der KALK-Studie brachte Cortison einen Vorteil nach 2 bis 6 Wochen, nach 4 Monaten nicht mehr. Mehr im Artikel Cortison-Spritze bei Schulterschmerzen.
Stoßwellentherapie bei Kalk
Bei Kalk kann eine Stoßwelle erwogen werden, ohne Kalk wird sie nicht empfohlen. Die Studienlage ist schwach. Hochenergetische, auf den Kalk gerichtete (fokussierte) Stoßwellen wirken besser als niedrig dosierte: In einer Studie aus Deutschland und Österreich mit 144 Patienten verbesserte sich die Schulterfunktion damit nach 6 Monaten um 31 von 100 Punkten, mit einer Schein-Behandlung um knapp 7. Eine Cochrane-Übersicht von 2020 mit 32 Studien, die meisten davon bei Kalk, fand insgesamt aber nur wenig spürbaren Nutzen gegenüber einer Schein-Behandlung. Laut niederländischer Leitlinie kann die hochenergetische Stoßwelle sehr schmerzhaft sein und wird nicht überall angeboten. Zur radialen Stoßwelle, die nicht gebündelt wird, sind die Ergebnisse widersprüchlich. Im akuten Schub ist sie laut niederländischer Leitlinie von 2014 nicht geeignet.
Lasertherapie bei Kalk
Lasertherapie kann allein oder zusätzlich zum Training erwogen werden, um Schmerzen und Einschränkungen zu verringern. Die Studienlage ist schwach.
Spülung des Kalks (Barbotage), wenn es nicht besser wird
Dabei sticht der Arzt unter Ultraschallsicht mit einer Nadel in den Kalk und spült ihn mit Kochsalzlösung aus, meist zusammen mit einer Cortison-Spritze in den Schleimbeutel. Die JOSPT-Leitlinie empfiehlt die Spülung, wenn die Beschwerden auf die erste Behandlung nicht ansprechen (mittlere Studienlage). Im Vergleich mit der Stoßwelle schnitt die Spülung in zwei Studien besser ab. Die Literatursuche der JOSPT-Leitlinie endete aber im Oktober 2023, die KALK-Studie ist darin nicht enthalten.
Die KALK-Studie verglich die Spülung als erste große Studie mit einer Schein-Behandlung. 220 Patienten mit Beschwerden seit mindestens 3 Monaten erhielten eine Spülung mit Cortison, eine Schein-Spülung mit Cortison oder eine Schein-Spülung ohne Cortison, dazu alle ein Heimprogramm mit vier Übungen. Nach 4 und nach 24 Monaten war keine der Behandlungen besser als die Schein-Behandlung. Eine ältere niederländische Studie hatte nach einem Jahr einen Vorteil der Spülung gegenüber einer Cortison-Spritze allein gefunden, nach 5 Jahren war er verschwunden. In der Gruppe ohne Spülung brauchten allerdings mehr Patienten eine weitere Behandlung (16 von 25 statt 4 von 23).
Die niederländische Leitlinie von 2026 bezieht die KALK-Studie ein. Sie rät, die Spülung zu erwägen, wenn eine Cortison-Spritze nicht geholfen hat, und weist auf den begrenzten Zusatznutzen hin. Wer sich dafür entscheidet, sollte laut dieser Leitlinie wissen: Die Erholung dauert danach oft 6 bis 12 Monate, und die Kalkschulter heilt häufig auch ohne Eingriff aus.
Therapeutischer Ultraschall
Ultraschall als Behandlung (nicht zu verwechseln mit dem Ultraschallbild) sollte bei Kalk weder allein noch zusätzlich zum Training eingesetzt werden. Die Studienlage ist schwach.
OP nur, wenn alles andere nicht reicht
Bei der Operation wird der Kalk über eine Gelenkspiegelung entfernt. Die niederländische Leitlinie behält sie Fällen vor, in denen starke, anhaltende Beschwerden und eine große Ablagerung trotz Behandlung ohne OP und trotz Spülung bleiben. Viele Fachleute raten frühestens nach etwa 6 Monaten erfolgloser Behandlung dazu. Wie oft es so weit kommt, hängt stark davon ab, wer untersucht wurde: In der oben genannten Studie mit 420 Patienten mit chronischer Kalkschulter half die Behandlung ohne OP bei 27 % nicht ausreichend.
Für TENS, Magnetfeldtherapie, Interferenzstrom und Iontophorese reichen die Belege laut JOSPT-Leitlinie nicht aus.
Was du selbst tun kannst
Hier gilt die Schmerz-Ampel aus dem Trainings-Guide: Während der Übung ist Schmerz bis 3 von 10 in Ordnung, bei 4–5 passt du an, über 5 hörst du auf. Am Morgen danach darf es nicht schlechter sein als vorher.
- Im akuten Schub zuerst Schmerzen lindern. Wird der Schmerz plötzlich sehr heftig, auch in Ruhe und nachts, lass dich ärztlich untersuchen und besprich Schmerzmittel oder eine Spritze. Belaste in dieser Zeit nur, was die Schmerz-Ampel zulässt. Oft ist das nur sanftes Bewegen oder Anspannen ohne Bewegung (isometrisch). So bleibt die Schulter beweglich.
- Bleib aktiv, aber dosiert. Was gerade zu viel ist, etwa lange, schwere oder häufige Arbeit über Kopf, reduzierst du vorübergehend und baust es dann schrittweise wieder auf.
- Trainiere weiter, nur angepasst. Beine, Rumpf und die andere Seite kannst du meist normal trainieren. Schmerzt eine bestimmte Bewegung, gibt es oft einen Umweg, wie im Artikel Schulter schmerzt bei Rotation?
- Steigere mit Plan. Laufen 2–3 Trainingstage in Folge mit sauberer Technik und Schmerz unter 3 von 10, und ist der Morgen danach nicht schlechter, darfst du steigern.
- Schau nicht nur aufs Röntgenbild. Ob der Kalk kleiner wird, sagt laut KALK-Studie wenig darüber, wie es deiner Schulter geht. Miss deinen Fortschritt lieber daran, was du im Alltag und im Training wieder kannst.
- Rechne in Monaten. Wird es trotz Training nach spätestens 12 Wochen nicht besser, lass dich erneut ärztlich untersuchen. Dann lässt sich besprechen, ob Stoßwelle oder Spülung für dich infrage kommen.
Welche Übungen und welche Dosis zu dir passen, klärst du am besten mit deinem Arzt oder Physiotherapeuten.
Häufige Fragen
Verkalkt meine ganze Schulter?
Nein. Der Kalk sitzt als Ablagerung in einer Sehne der Rotatorenmanschette, meist in der Supraspinatussehne oben an der Schulter. Mit Arthrose hat das nichts zu tun. Bei knapp 8 von 100 Menschen ohne Schulterbeschwerden findet sich solcher Kalk zufällig im Röntgenbild.
Muss der Kalk raus?
Meistens nicht. Oft löst der Körper ihn mit der Zeit selbst auf. In der KALK-Studie ging es Menschen, deren Kalk verschwunden war, nicht klar besser als denen, bei denen er unverändert war. Eine Spülung oder OP kommt laut Leitlinien erst infrage, wenn die Beschwerden trotz Behandlung bleiben.
Warum tut es plötzlich so weh?
Oft steckt die Abbauphase dahinter: Der Körper beginnt, den Kalk aufzulösen, und die Entzündung dabei kann sehr heftig sein, auch in Ruhe und nachts. Laut einer deutschen Übersichtsarbeit ist danach oft eine baldige Besserung zu erwarten. Lass starke Schmerzen trotzdem ärztlich abklären, sofort bei Fieber oder einer heißen, geröteten Schulter.
Löst sich der Kalk von selbst auf?
Oft ja, nur wann, lässt sich nicht vorhersagen. In der Placebogruppe einer Stoßwellen-Studie verschwand er innerhalb eines Jahres bei einem Viertel. Laut einer deutschen Übersichtsarbeit heilt die Kalkschulter in vielen Fällen innerhalb von 1 bis 3 Jahren aus.
Hilft eine Stoßwellentherapie?
Sie kann erwogen werden, am ehesten als hochenergetische, fokussierte Stoßwelle. Diese wirkt besser als eine niedrig dosierte, kann aber sehr schmerzhaft sein. Eine Cochrane-Übersicht fand insgesamt nur wenig spürbaren Nutzen gegenüber einer Schein-Behandlung. Zur radialen Stoßwelle sind die Ergebnisse widersprüchlich.
Hilft eine Cortison-Spritze?
Kurzfristig ja. In der KALK-Studie ging es mit Cortison nach 2 bis 6 Wochen besser als mit einer Spritze ohne Cortison, nach 4 Monaten gab es keinen Unterschied mehr. Die niederländische Leitlinie beginnt bei Kalk mit einer Spritze, die JOSPT-Leitlinie sieht sie dagegen nicht als erste Behandlung.
Darf ich weiter trainieren?
In der Regel ja, angepasst. Übungen sind laut JOSPT-Leitlinie auch bei Kalk die erste Behandlung. Im akuten Schub steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Danach baust du die Belastung nach der Schmerz-Ampel schrittweise wieder auf.
Gratis-Guide
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Red Flags: Wann du zuerst zum Arzt solltest
- Fieber, Schüttelfrost oder eine heiße, gerötete, geschwollene Schulter
- Plötzliche Schwäche oder Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall, zum Beispiel wenn du den Arm nicht mehr heben kannst
- Sichtbare Verformung der Schulter
- Ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder eine Krebserkrankung in der Vorgeschichte
- Schulter- oder Armschmerzen zusammen mit Druck auf der Brust, Atemnot oder Übelkeit: sofort den Notruf 112 wählen
Alle Red Flags nach Dringlichkeit →
Ein plötzlicher, sehr heftiger Schmerz bei bekannter Kalkschulter ist oft die Abbauphase. Lass ihn im Zweifel trotzdem abklären. Erneut ärztlich untersuchen lassen solltest du dich außerdem, wenn starke Schmerzen oder Einschränkungen trotz Behandlung länger als 12 Wochen bleiben oder die Schulter zunehmend steif wird.
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